Audio splitten mit mp3splt

Kennt das jemand? Man hat da ein Audio von mehreren Stunden und wenn man die Wiedergabe abbricht, muss man hinterher spulen?

Ich kenne das ganz gut. Im Moment experimentiere ich damit, meine Bücher zu Hörbüchern umzubauen. Jedoch nicht mit mir als Sprecher. So. Ich bekomme dann also eine Audio-Datei geschickt, die kann auch mal etwas länger sein. Da ich es aber doof finde, mich dann die ganze Zeit vor den PC zu setzen und dem zu lauschen, um eventuell Fehler zu finden, oder was mir sonst vielleicht nicht gefällt, höre ich das ganz gerne im Auto.

Hier ist nun mein billig Autoradio nicht gerade mein Freund. Das frisst zwar alles, also SD-Karte und USB-Stick, aber wenn da mal irgendwas schief läuft, springt das dumme Ding wieder an den Anfang zurück. Jetzt spul mal im Auto, während der Fahrt, wieder an die richtige Stelle. Das ist absolut ein Krampf!

Da wäre es doch viel schöner, wenn man, wie bei fertigen Hörbüchern ja üblich, die Datei in viele kleine Dateien unterteilt hätte. Dann könnte ich einfach springen und wenn ich zumindest in der Nähe von dem bin, wo ich zuletzt war, die Wiedergabe fortsetzen.

Der wahrscheinlich eleganteste Weg wäre es, die Datei mittels Audacity, oder ähnlichen Programmen von Hand zu schneiden. Würde dann in einer endgültigen Fassung auch so passieren. Aber nur um sich das alles mal anzuhören diesen Aufwand betreiben, um dann hinterher zu sagen, muss alles noch einmal eingelesen werden, weil da was falsch war, oder wie auch immer, nee. Das ist mir dann zu heftig.

Ich habe ein bisschen rum gesucht. Es gibt viele kleine Tools, die einem da das Blaue vom Himmel versprechen. Oft haben die dann eine tolle Oberfläche und so, aber sie tun dann einfach nicht das, was ich von ihnen will. Oder sie tun es und ich frage mich, warum ich es nicht gleich mit Audacity gemacht habe, denn die manuelle Nachbearbeitung frisst dann wieder viel Zeit.

So bin ich dann über das kleine Programm mp3splt gestolpert. Es ist wirklich nicht gross, hat auch keine GUI von Hause aus dabei, man kann sich aber trotzdem eine nachinstallieren, aber eine einzige Zeile im Terminal reicht aus, dass genau das passiert, was ich haben will. Die grosse Datei wird in viele Kleine aufgeteilt. Dabei achtet das Programm sogar darauf, dass möglichst eine stille Stelle zum schneiden benutzt wird. In der Praxis scheint das aber nicht immer ganz zu funktionieren. Man merkt also, wann die nächste Datei an der Reihe ist. Das ist aber auch nur halb störend, wenn man mich fragt. Ich kann damit gut leben!

Wie immer, wie man das installiert, schreibe ich hier jetzt nicht gross auf. Warum sollte mittlerweile klar sein. Aber, ich werde jetzt auch so etwas wie eine FAQ hier im Blog einbauen, wo ich die Antwort auf genau diese Frage geben werde.

Nach der Installation wechselt man einfach in das Verzeichnis, wo die grosse Datei drin liegt. Zumindest mache ich das so. Man kann sich natürlich auch in einem extra Zielordner befinden und dann anstatt dem Dateinamen auch den kompletten Pfad zur Quelldatei angeben. Ist also auch kein Problem.

Ich für meinen Teil verwende das Programm dann so:

mp3splt -a -f -t 3.0 -o "@f @n" <quelldatei>

Also, was macht das jetzt?

-a

Mit dieser Option versucht das Programm eine geeignete Stelle für den Schnitt zu finden, die möglichst still ist. Dabei erlaubt es sich, den angegebenen Intervall auch etwas zu verschieben. Wie schon erwähnt, es klappt nicht immer, ist aber auch eigentlich nicht so tragisch.

-f

Gerade MP3 Dateien haben so etwas an sich, was beim schneiden schon ein bisschen zu Problemen führen kann. Die Datei ist komprimiert! Rein theoretisch könnte es also sein, dass zu der angegeben Zeit gar nicht die angegebene Zeit erreicht, oder schon überschritten ist. Mit dieser Option durchsucht das Programm jetzt die Frames der Datei und ermittelt aus diesen Daten den richtigen Zeitpunkt. Damit die geschnittene Datei dann auch wirklich die Länge hat, die man haben will.

-t 3.0

Was diese Option macht, dürfte ja fast schon klar sein. Hier gibt man an, ab welcher Länge geschnitten werden soll. In meinem Fall also alle 3 Minuten und 0 Sekunden. Dadurch erklärt sich auch das Format: Minuten.Sekunden. Während meiner bisherigen Arbeit konnte ich dann auch feststellen, die geschnittenen Dateien haben wirklich fast immer genau diese länge. Nur fast wegen den Optionen -a und -f. Das ist dann aber logischerweise in Ordnung.

-o „@f @n“

Mit dieser Option kann man angeben, wie die geschnittenen Dateien heissen sollen. Es wäre ja doch schon bescheuert, wenn diese Dateien immer den gleichen Namen hätten und sich dann gegenseitig überschreiben. Da könnte man jetzt irgendeinen Namen eingeben. Dann hätte man aber eben das Problem, jede Datei hätte den selben Namen und würde die zuletzt geschriebene Datei wieder überschreiben. Hier kommt also das @n ins Spiel. Mit dem Platzhalter wird an den Namen auch eine fortlaufende Zahl mit Führungs-0 angehängt. Wenn man, wie in meinem Fall, keinen extra Namen für die Dateien vergeben will, benutzt man noch @f. Damit wird der Name der Quelldatei verwendet.

Für dieses Beispiel käme dann etwas heraus wie: „quelldatei 01.mp3“.

Noch die Quelldatei angeben und schon kann es losgehen. Das Programm ist auch ziemlich schnell, man muss also nicht ewig auf das Resultat warten.

Und das ist auch schon die ganze Magie hinter dem Teil. Klar, da kann man noch mehr damit machen und wem es gefällt, der hat in den Optionen noch einiges zum rumspielen. Für mich reicht es so und deshalb denke ich, es hier zu zeigen, kann ja nicht so falsch sein.

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