Pamac (Softwareaktualisierung)

In mancher Hinsicht bin ich nicht der Hardcore-Linux-User. Hier und da gibt es Dinge, die habe ich einfach ganz gerne mit GUI. Warum? Weil es bequemer ist!

In diesem Artikel geht es deshalb um Pamac. Einem Tool, welches ich seit vielen Jahren gesucht habe!

Vorgeschichte

Ich komme ja ursprünglich aus der AmigaOS-Welt, hatte nur einen kurzen Ausflug während Windows XP in dieses Lager und bin dann aber schnell weiter zu Linux. Allerdings nicht zu den „aufgeblasenen“ Distributionen wie Ubuntu, Fedora oder Suse, sondern zu Gentoo. Einfach aus dem Grund, ich will der sein, der seine Software installiert. Ich will keine GB grossen Installationsmedien und am Ende dann nicht irgendwelchen Murks auf dem Rechner haben, welchen ich gar nicht benutze.

Allerdings hatte ich auch schon Ubuntu im Einsatz, als ich mir mein Gentoo damals zerschossen hatte und nicht drei Tage warten konnte, bis es neu installiert war. Ich fand Ubuntu auch gar nicht schlecht, bis es dann auch irgendwie immer mehr wie Windows wurde. Zwischenzeitlich war ich dann wieder auf Gentoo und meine Frau hatte in der Zeit die Nase voll von Windows. Ihr aber Gentoo zu installieren, hielt ich für zu riskant.

So kam ich zu Linux Mint, was ich auch heute noch als durchaus brauchbar ansehe, sobald man Schrott wie LibreOffice rausgeschmissen hat.

Auf meinem Gentoo und dann später bei Arch, habe ich aber ein Tool doch vermisst, was Mint von Hause aus mitbringt. Dieses kleine Ding, was einen über Updates informiert! Warum? Na eben weil man dann weiss, dass es da etwas neues gibt, was gerade bei Browsern oft gegen kritische Sicherheitslücken helfen kann.

Lange habe ich gesucht und sehr vieles ausprobiert. Einiges war klein, flink, aber wollte nicht das machen, was ich haben wollte. Andere Varianten waren derart aufgeblasen, dass ging gar nicht und wieder andere Varianten taten zwar im Prinzip ihren Dienst, verstanden aber die Legitimation irgendwie nie.

Im Laufe der Zeit habe ich dann meinen „Patch-Day“ eingeführt. Jeden Montag starte ich alle meine Rechner, vier an der Zahl, logge mich in einem gesplitteten Terminal auf allen ein und starte dann:

sudo pacman -Syyu --noconfirm

Noch jeweils das Passwort eingeben (könnte man allerdings mit Tmux auch automatisieren) und schon läuft überall das komplette Systemupdate durch. Da man davon ausgehen kann, dass es nach einer Woche unter Arch auch garantiert ein Update vom Kernel gab, danach noch ein Neustart und alles ist aktuell.

Das heisst aber auch, unter Umständen schleppe ich eine ganze Woche eine Version eines Browsers durch die Gegend, welche ein kritisches Sicherheitsproblem hat!

Pamac

Durch einen Zufall bin ich dann auch Pamac gestossen. Eine grafische Benutzeroberfläche für den Paketmanager. Der wurde in einem Video, ich glaube zu Garuda Linux gezeigt und eigentlich hatte ich gar nicht vor, ihn auszuprobieren. Einfach aus dem Grund, ich habe schon so viel getestet und war immer enttäuscht. Doch aus irgendeinem Grund habe ich es dann doch ausprobiert und was soll ich sagen, dieses kleine Ding funktioniert!

Nach der Installation hat man, eventuell auch erst nach dem nächsten Neustart, in der Leiste (auf jeden Fall unter Cinnamon) ein kleines Icon.

Sieht es so aus, ist alles aktuell. Taucht aber irgendwo eine Aktualisierung auf (angeblich auch bei AUR, Flatpack und Co, was ich aber noch nicht gesehen habe), wird das Icon rot. Ein Klick darauf öffnet die Oberfläche und zeigt sofort an, was aktualisiert werden kann. Das ist auch schon alles ausgewählt und man muss nur auf Übernehmen klicken, sein Passwort eingeben und schon geht es los.

Je nach Grösse und Leitung dauert das einen Moment. Aber bislang bei mir nie wirklich lange. Es gab bisher auch noch nie einen Fehler, oder irgendein Problem. Da ich in der Hinsicht aber zumindest ein wenig Sicherheit haben wollte, habe ich das Programm jetzt schon eine etwas längere Zeit im Einsatz und schreibe erst jetzt.

Ist alles durchgelaufen, bekommt man den Erfolg gemeldet.

Fertig.

Mein Fazit deshalb fällt positiv aus. Es ist endlich ein Tool, was auch wirklich seine Aufgabe übernimmt, nicht elend gross ist und nicht an allen Ecken zickt. Natürlich kann man damit auch Software installieren und wieder entfernen.

Da muss ich sagen, installieren tue ich weiterhin von Hand. Auch wenn ich etwas entferne, mache ich das in der Regel ebenfalls noch im Terminal. Aber wenn man hier und da mal durch die installierten Pakete schauen kann, dann fallen einem manchmal Dinge auf, die man mal installiert hat, nie wirklich benutzt und die eigentlich überflüssig sind. Da finde ich in so ein Tool tatsächlich bequemer. Einfach als zu entfernen markieren, am Ende übernehmen und das Zeug ist weg. Das hat in meinen Augen definitiv einen Vorteil!

Ich werde es jetzt mal mit AUR testen. Darüber habe ich zum Beispiel den Brave-Browser installiert und der hat mit Sicherheit in der Zwischenzeit wieder Updates, die mir nicht gemeldet wurden. Wie man das zum laufen bringt, werde ich mir mal genauer anschauen.

Installation

Ja, ich weiss. Normalerweise steht die Installation eigentlich ganz oben im Artikel. Ich bin aber ein Rebell und halte mich nicht an die normalen Gepflogenheiten! So, wollte ich mal gesagt haben!

Pamac befindet sich nicht in den allgemeinen Paketquellen von Arch. Sprich, man muss AUR bemühen. Die Entsprechende Seite lautet:

https://aur.archlinux.org/packages/pamac-aur/

Wie man etwas unter Arch mittels AUR installiert, habe ich in diesem Artikel beschrieben.

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